Braunkohle-Nein e.V.

Umdenken bei der IHK zu Schwerin ?

Sollte bei der IHK zu Schwerin, die bisher das Lübtheener Braunkohletagebauvorhaben der MIBRAG mbH befürwortet hatte, tatsächlich ein Umdenken eingesetzt haben ? Der nachfolgende Bericht, der im WIKO Wirtschaftskompass der IHK zu Schwerin, Ausgabe 9/2006, veröffentlicht ist, lässt darauf schließen. Bleibt zu hoffen, dass die IHK zu Schwerin künftig ihre ablehnende Haltung, die sie in diesem Bericht darlegt, beibehalten wird.

 

[Quelle: WIKO Wirtschaftskompass der IHK zu Schwerin für den westmecklenburgischen Raum, Ausgabe September 2006}

Region Lübtheen nicht von Kohleoption abhängig machen

 Mit dem Diatomeenkohlesymposium hatte die IHK zu Schwerin bereits im Jahr 1996 eine umfassende öffentliche Transparenz über das in Fachkreisen seit Jahrzehnten bekannte Vorkommen der Diatomeenkohle-Komplexlagerstätte bei Lübtheen und die darauf basierende mögliche Chance für die Ansiedlung entsprechender Verarbeitungsindustrie hergestellt.

 Die IHK zu Schwerin hat seit 1996 zum Zweck der erforderlichen Entscheidungsfindung über die Wirtschaftlichkeit eines Kohleabbaues sowohl von der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns als auch von der Mitteldeutschen Braunkohle AG (MIBRAG) die unverzügliche und umfassende Erkundung sowie eine parallele Einleitung der Applikationsforschung auf Basis der geförderten Proben gefordert.

 In einer intensiven Unterredung, welche die IHK Ende August 2006 mit Vertretern der Geschäftsführung der Mitteldeutschen Braunkohle AG (MIBRAG) führte, wurde zum wiederholten Male deutlich, dass das Vorkommen bei Lübtheen bisher von der MIBRAG weder ausreichend erkundet noch die stoffliche Nutzung der Diatomeen durch Applikationsforschung bisher weiter untersucht wurde. Somit hat sich nach Einschätzung der IHK die MIBRAG deutlich von den 1996 im Symposium einvernehmlich formulierten Zielen und der von ihr selbst vermittelten Option entfernt. In den zurückliegenden Jahren wäre ausreichend Zeit gewesen, eine gründliche Erkundung vorzunehmen.

 Zwischenzeitlich hat sich auf Grund der zunehmenden Nutzung alternativer Energieressourcen und demographischer Prozesse in Mecklenburg-Vorpommern zudem eine neue Nachfragesituation nach Elektroenergie eingestellt. Der hohe finanzielle und technische Aufwand zur Förderung der energiearmen Diatomeenkohle erscheint demgegenüber nicht gerechtfertigt.

Zukünftige eintretende Erfordernisse in der Wirtschafts- und Energiepolitik sind durch die IHK zur Zeit nicht konkret einschätzbar. Sie hängen insbesondere auch von geopolitischen Entwicklungen ab, die noch nicht eindeutig vorhergesehen werden können.

 Die längerfristigen Nutzungsoptionen der bisher von Unternehmern in der Region um Lübtheen vorgenommenen und die für die Zukunft geplanten Investitionen in der Tourismus-, Gesundheits-, Nahrungsmittel- und Landwirtschaft sind dem gegenüber eine reale und naheliegende Chance der Wirtschaftsentwicklung aus eigener Kraft.

 Diese darf nach Einschätzung der IHK zu Schwerin durch lavierende Energie- und Bergbauunternehmen nicht länger in Frage gestellt werden! Das würde die gegenwärtige Entwicklung der regionalen Wirtschaftsstruktur im Gebiet um Lübtheen in untragbarer Weise beeinträchtigen. Die IHK zu Schwerin unterstützt deshalb die bereits getroffene Entscheidung des Bergamtes Mecklenburg-Vorpommern, die zur Beendigung der Erkundung des Vorkommens geführt hat.


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